Ein Leben lang gearbeitet, bis die Kräfte nachließen: Der 76-jährige Peter E. erhält heute eine Rente von 1.012,24 Euro im Monat. Dazu kommen 265 Euro Wohngeld als Mietzuschuss. Nach Abzug von Miete, Strom, Fahrtkosten und GEZ bleiben ihm 420,94 Euro zum Leben. Für eine neue Matratze reicht das nicht.

Ein Leben für Bildung und Entwicklung

Peter E. wurde 1949 in Boxberg geboren. Nach seinem Abitur studierte er Volkswirtschaftslehre und Soziologie und absolvierte anschließend ein Aufbaustudium zum Diplom-Handelslehrer für Wirtschafts- und Erwachsenenpädagogik.

Sein Berufsleben widmete er der Bildung anderer Menschen: Zunächst unterstützte er beim Deutschen Gewerkschaftsbund Arbeiter, die ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnten. Später arbeitete er als Hochschullehrer und in der beruflichen Rehabilitation mit Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf.

Auch international war Peter E. tätig. Als Entwicklungshelfer beriet er in Lima, Peru, zum Thema duale Berufsausbildung. Zurück in Deutschland arbeitete er weiter in der Berufsbildung und machte sich später als Consultant für Berufsbildungsprojekte in der Entwicklungszusammenarbeit selbstständig.

Die vielen beruflichen Reisen und die intensive Arbeit forderten ihren Tribut. Mit 65 Jahren waren seine Kräfte erschöpft.

Schreiben als neue Leidenschaft

Nach dem Renteneintritt begann Peter E., sich intensiver dem Schreiben zu widmen. Mit seinen politischen Leserbriefen für die Rhein-Neckar-Zeitung machte er sich einen Namen und wurde sogar als „Weltmeister im Leserbriefeschreiben“ gewürdigt.

Auch eigene Bücher, Essays und Novellen stammen aus seiner Feder. Als Mitglied der Garibald Gesellschaft Deutschland veröffentlicht er regelmäßig Texte.

Wenn die Rente kaum zum Leben reicht

Trotz seines bewegten Lebens und seiner vielen beruflichen Stationen wurde der Ruhestand für Peter E. zu einer finanziellen Herausforderung.

„Der Eintritt in die Rente bedeutete für mich einen finanziellen Absturz“, erzählt er. Nach der Trennung von seiner zweiten Frau wurde die gemeinsame Wohnung zu teuer. In Heidelberg fand er eine kleinere Wohnung – doch nach Ablauf der Sozialbindung stiegen die Kosten immer weiter.

Eine unerwartete Nebenkostennachzahlung von 800 Euro brachte ihn zusätzlich in Bedrängnis. Glücklicherweise übernahm das Sozialamt einen Großteil der Summe.

Doch die finanziellen Sorgen blieben. „In den letzten zwei Jahren sind bei mir sämtliche Geräte kaputtgegangen: Rasierer, Herd, Wasserkocher, PC, Handy, Spülmaschine – und mein Bett ist auch noch zerbrochen“, erzählt er.

Auch gesundheitlich machen ihm seine Bandscheiben zu schaffen. Seine 20 Jahre alte Matratze war längst nicht mehr geeignet. Rücklagen hatte er keine mehr. „Ich habe jetzt noch 150 Euro, mehr nicht.“

Sozial gut aufgehoben

Trotz seiner schwierigen finanziellen Situation ist Peter E. nicht allein. „Bei Höchstalarm helfen mir meine Kinder“, sagt er dankbar. Außerdem hat er viele Freunde. „Einsam bin ich nicht.“

Auch Ein Herz für Rentner hat Peter E. gefunden: Wir haben die Kosten für eine neue Matratze und einen Lattenrost übernommen.

Dichtkunst mit Humor

Peter E. schreibt nicht nur Leserbriefe, sondern auch Gedichte. Sein Humor und seine Kreativität zeigen sich in seinen Texten. Eine kleine Kostprobe:

Ein Tauber sah eine Taube
In seiner Gartenlaube
Ihr stetes Gurren
Vernahm er nicht
Doch der Nystagmus
Ihr nickender Kopf
Entging ihm nicht …

Mit seinen Geschichten erinnert Peter E. daran, dass hinter jeder finanziellen Notlage ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, Talenten und Träumen steht.