Armut ist weiblich – zumindest in Deutschland

Spätestens im Alter zeigt sich: Frauen sind stärker von Armut bedroht als Männer. Das liegt vor allem daran, dass sie häufiger in sozialen Berufen tätig sind, wegen Kinder und Familie Teilzeit arbeiten oder gar Geringverdiener sind. Sie erhalten daher deutlich weniger Lohn als Männer. Hinzu kommt schließlich der grundsätzliche Faktor in Deutschland, dass Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Der Unterschied kann in einigen Branchen sogar bei bis zu 25 Prozent liegen!

Frauen leisten mehr Familienarbeit

Laut einem Gutachten des Bundesfrauenministeriums leisten Frauen täglich 52 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit. Damit ist gemeint, dass sie sich mehr um die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen kümmern, den Hauptanteil in der Hausarbeit tragen oder sich mehr ehrenamtlich betätigen. All diesen Arbeiten ist eines gemeinsam: Sie sind wichtig und nötig, aber natürlich unbezahlt.

Geringes Einkommen bei Frauen

Laut Statistischem Bundesamt sind die Zahlen alarmierend: 13 Prozent der Frauen arbeiten gar nicht, 40 Prozent der Alleinerziehenden (neun von zehn sind Frauen) beziehen Hartz IV, etwa 28 Prozent der Frauen zwischen 18 und 24 Jahren sind armutsgefährdet. Bis ins hohe Alter zieht sich das Problem von Frauen durch: In ihrer eigentlichen Erwerbsphase erhalten sie entweder kaum oder deutlich weniger Einkommen. Statistisch gesehen haben Frauen im Alter knapp 60 Prozent weniger Geld zur Verfügung als Männer.