„Ich zahle 450 Euro für 20 qm – ohne Bad und Toilette“

Herr B. ist 66 Jahre alt, alleinstehend und lebt in einem Vorort bei München. Er hat als Maler gearbeitet, erst in Festanstellung, später selbstständig. Seine beiden Töchter können den Vater finanziell nicht unterstützen – eine der Töchter ist dauerhaft in einer Klinik untergebracht, die andere Tochter hat nach einer Trennung hohe Schulden und kann den Vater ebenfalls nicht unter die Arme greifen.

Wohnungsverlust im Alter

Herr B. verlor aufgrund eines privaten Schicksalsschlages seine Wohnung und musste zunächst in ein Männerwohnheim ziehen. „Dort herrschte eine aggressive Stimmung, die Männer waren ständig betrunken und es wurde geklaut“, so Herr B. traurig. In seiner Verzweiflung antwortete er auf eine Zeitungsannonce und bezog vor 3 Wochen ein Zimmer in einem Vorort von München. Doch die Freude währte nur kurz: „Ich lebe jetzt auf 20 qm, die Toilette und das Bad befinden sich aber leider auf dem Flur und ich teile sie mit mehreren Mietern. Dafür zahle ich 450 Euro Miete.“

Herzlose neue Vermieter

Herr B. ist chronisch krank ist und zu 60% Prozent schwerbehindert. Aufgrund seiner diversen Erkrankungen müsste sich der 66-jährige eigentlich schonen, doch auch in seinem neuen „Zuhause“ kommt er nicht zu Ruhe. „Die Vermieterin steht ständig vor meiner Tür, schreit durchs Treppenhaus und behandelt die Mieter von oben herab“, so Herr B. „Meine Post verschwindet zudem im Haus. Ich habe nicht mal einen richtigen Briefkasten, daher lasse ich mir jetzt alles in die Postfiliale schicken und spaziere jeden Tag hin, um nach Briefen für mich zu sehen.“

Unterstützung durch den Verein „Ein Herz für Rentner“

In seiner Hoffnungslosigkeit wandte sich Herr B. an den Verein „Ein Herz für Rentner“. Hier fand er ein offenes Ohr für seine Sorgen. „Der Umgang mit Herrn B. ist unmöglich. Wir versuchen nun schnellstmöglich eine andere Unterkunft für Herrn B. zu finden“, so Jennifer Strunk, zweiter Vorstand im Verein „Ein Herz für Rentner“.  Zudem wird Herr B. mit einer monatlichen Patenschaft von 38 Euro unterstützt. Um ihm den einsamen Alltag in seiner Wohnung etwas zu verschönern, erhält Herr B. zudem einen Fernseher vom Verein. „Ich bin froh, dass ich mich mit meinen Nöten nun an den Verein wenden kann. Nun habe ich wieder etwas Hoffnung“, so Herr B.

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